Mit Pflegegrad 2 erhalten Sie monatlich 347 Euro Pflegegeld, wenn Angehörige die Pflege übernehmen, oder bis zu 796 Euro für einen ambulanten Pflegedienst. Dazu kommen weitere Leistungen wie der Entlastungsbetrag von 131 Euro und bis zu 3.539 Euro jährlich für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.
Pflegegrad 2 bedeutet eine „erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“. Sie oder Ihr Angehöriger brauchen regelmäßig Hilfe im Alltag, kommen aber in vielen Bereichen noch alleine zurecht. Dieser Artikel zeigt Ihnen alle Leistungen, die genauen Beträge und wann das Geld auf Ihrem Konto landet.
Ab wann gibt es Pflegegrad 2?
Pflegegrad 2 erhalten Sie, wenn bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst eine gewichtete Gesamtpunktzahl zwischen 27 und unter 47,5 Punkten erreicht wird. Das entspricht einer „erheblichen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ nach § 15 SGB XI.
Die Gutachter bewerten Ihre Einschränkungen in sechs Modulen:
- Mobilität (Fortbewegen, Treppensteigen, Positionswechsel)
- Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (Orientierung, Entscheidungen treffen)
- Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (Unruhe, Ängste, Aggression)
- Selbstversorgung (Körperpflege, Ankleiden, Essen, Trinken)
- Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen (Medikamente, Arztbesuche, Therapien)
- Gestaltung des Alltagslebens (Tagesablauf, Kontakte, Beschäftigung)
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Für Pflegegrad 2 gelten folgende Voraussetzungen:
- Die Einschränkungen müssen voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern.
- Sie müssen einen Antrag bei der Pflegekasse stellen.
- In den letzten zehn Jahren müssen mindestens zwei Jahre Beiträge in eine Pflegeversicherung geflossen sein (bei Kindern durch ein Elternteil erfüllt).
Wie sieht Pflegegrad 2 im Alltag aus?
Menschen mit Pflegegrad 2 haben typischerweise diese Einschränkungen:
- Regelmäßige Hilfe bei einzelnen Körperpflegetätigkeiten nötig (Duschen, Haare waschen, An- und Auskleiden)
- Unterstützung bei Medikamenteneinnahme, Verbandswechsel oder Arzttermin-Organisation
- Alltag nicht mehr zuverlässig alleine zu bewältigen (Mahlzeiten, Haushalt, Termine)
- Körperliche oder kognitive Einschränkungen wie Gleichgewichtsprobleme oder beginnende Demenz
Der Unterschied zu Pflegegrad 1: Dort liegt nur eine „geringe Beeinträchtigung“ vor mit deutlich weniger Leistungen. Der Unterschied zu Pflegegrad 3 und höher: Dort ist der Hilfebedarf so umfassend, dass viele Basisverrichtungen ohne Hilfe kaum noch möglich sind.
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Tabelle: Wie viel Geld bekomme ich mit Pflegegrad 2?
Bei Pflegegrad 2 erhalten Sie je nach Pflegeform zwischen 347 Euro und 796 Euro monatlich, dazu weitere Leistungen wie den Entlastungsbetrag und Zuschüsse für Verhinderungspflege. Die folgende Tabelle zeigt alle Beträge im Überblick (Stand 2026).
| Leistung | Betrag | Zeitraum |
|---|---|---|
| Pflegegeld | 347 € | pro Monat |
| Pflegesachleistungen | bis 796 € | pro Monat |
| Entlastungsbetrag | 131 € | pro Monat |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 € | pro Monat |
| Verhinderungs- und Kurzzeitpflege | bis 3.539 € | pro Jahr |
| Wohnraumanpassung | bis 4.180 € | je Maßnahme |
Wichtig: Pflegegeld und Pflegesachleistungen lassen sich kombinieren. Nutzen Sie beispielsweise 50 Prozent der Sachleistung für einen Pflegedienst, erhalten Sie zusätzlich 50 Prozent des Pflegegeldes.
Wie viel Geld gibt es für ambulante Pflege bei Pflegegrad 2?
Für die ambulante Pflege zu Hause erhalten Sie bei Pflegegrad 2 entweder 347 Euro Pflegegeld monatlich oder bis zu 796 Euro für Pflegesachleistungen. Die Wahl hängt davon ab, wer die Pflege übernimmt.
Pflegegeld (347 Euro monatlich):
- Wird ausgezahlt, wenn Angehörige, Freunde oder Nachbarn die Pflege übernehmen
- Freie Verfügung über das Geld
- Meist als Anerkennung an pflegende Angehörige weitergegeben
Pflegesachleistungen (bis 796 Euro monatlich):
- Für professionelle Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst
- Der Dienst rechnet direkt mit der Pflegekasse ab
- Sie müssen nichts vorstrecken
Kombinationsleistung:
- Nutzung beider Leistungen anteilig möglich
- Beispiel: Pflegedienst nutzt 400 Euro (50 Prozent) → Sie erhalten zusätzlich 173,50 Euro Pflegegeld (50 Prozent)
Zusätzliche Leistungen für die ambulante Pflege:
| Leistung | Betrag | Verwendung |
|---|---|---|
| Entlastungsbetrag | 131 €/Monat | Alltagsbegleitung, Betreuung, Haushaltshilfe |
| Pflegehilfsmittel | bis 42 €/Monat | Einmalhandschuhe, Desinfektion, Bettschutzeinlagen |
| Wohnraumanpassung | bis 4.180 €/Maßnahme | Barrierefreies Bad, Türverbreiterung, Treppenlift |
Wie viel Geld gibt es für Verhinderungspflege bei Pflegegrad 2?
Für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege stehen Ihnen bei Pflegegrad 2 zusammen bis zu 3.539 Euro pro Jahr zur Verfügung. Dieses Budget greift, wenn die Person, die Sie normalerweise pflegt, wegen Urlaub, Krankheit oder Erschöpfung ausfällt.
Der Betrag setzt sich aus zwei Töpfen zusammen:
- Verhinderungspflege: 1.685 Euro pro Jahr
- Kurzzeitpflege: 1.854 Euro pro Jahr
- Bei Nichtnutzung der Kurzzeitpflege: bis zu 50 Prozent davon auf Verhinderungspflege übertragbar
Wichtige Regelungen zur Verhinderungspflege:
- Stundenweise nutzbar (unter 8 Stunden täglich) ohne Kürzung des Pflegegeldes
- Bei tageweiser Nutzung wird das Pflegegeld um 50 Prozent gekürzt
- Anspruch besteht erst nach sechs Monaten häuslicher Pflege durch die Pflegeperson
- Ersatzpflege durch Angehörige ersten oder zweiten Grades wird geringer vergütet
Wie viel Geld gibt es für Pflegeheim bei Pflegegrad 2?
Für die vollstationäre Pflege im Pflegeheim zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 2 einen Zuschuss von 770 Euro monatlich. Dieser Betrag deckt in der Regel nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten.
Was Sie im Pflegeheim selbst zahlen müssen:
- Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil für Pflegeleistungen (für alle Bewohner gleich)
- Kosten für Unterkunft und Verpflegung
- Investitionskosten für Gebäude und Ausstattung
- Gegebenenfalls Ausbildungsumlage
Durchschnittlicher Eigenanteil bei Pflegegrad 2: Je nach Bundesland und Einrichtung zwischen 2.500 und 3.500 Euro monatlich.
Leistungszuschlag zur Entlastung (seit 2022):
| Aufenthaltsdauer | Zuschlag auf pflegebedingte Kosten |
|---|---|
| 1. Jahr | 15 % |
| 2. Jahr | 30 % |
| 3. Jahr | 50 % |
| Ab 4. Jahr | 75 % |
Für die meisten Menschen mit Pflegegrad 2 ist die ambulante Pflege zu Hause die bessere Option, sowohl finanziell als auch in Bezug auf die Lebensqualität.
Wann kommt das Geld bei Pflegegrad 2?
Das Pflegegeld wird ab dem Tag der Antragstellung gezahlt, nicht erst ab der Bewilligung. Die erste Auszahlung erfolgt in der Regel am ersten Werktag des Monats nach dem Bescheid, inklusive Nachzahlung für die Zeit seit Antragstellung.
Beispiel für den zeitlichen Ablauf:
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 12. August | Antragstellung bei der Pflegekasse |
| Mitte September | Begutachtung durch den Medizinischen Dienst |
| Ende September | Bescheid über Pflegegrad 2 |
| Anfang Oktober | Erste Auszahlung mit Nachzahlung ab 12. August |
Wichtige Fakten zur Auszahlung:
- Pflegegeld wird monatlich im Voraus gezahlt
- Typischer Zahlungstag ist der erste Bankarbeitstag des Monats
- Je nach Kasse und Bank kann es ein bis zwei Tage Abweichung geben
- Die Nachzahlung für die Zeit zwischen Antrag und Bewilligung kommt mit der ersten regulären Zahlung
Je früher Sie den Antrag stellen, desto früher beginnt Ihr Anspruch. Zögern Sie daher nicht, den Antrag zu stellen, sobald Sie merken, dass regelmäßig Hilfe benötigt wird.